Ostergedanken zur Politik des Herzens
’… dass eine Welt in Frieden nur möglich ist, wenn sich die Mitglieder der verschiedenen Religions-Gemeinschaften mit grösstem gegenseitigem Respekt begegnen, unabhängig davon wie der Glaube an Gott ausgestaltet ist’. Ja, so weise schreibst Du einige Deiner Gedanken auf, in den sehr differenzierten Zeilen auf dem Weg …zum Kirchenaustritt. Auch sonst sind es viele wichtige Gedanken, die Dich zu vielen wichtigen Schritten bewegen. Längst und gerne habe ich es wieder mal gelesen. Es berührt mich sehr und ich denke auch immer wieder mal darüber nach! Dieser Respekt, diese Beweggründe und dieses Bedürfnis zur Gestaltung des Glaubens und der inneren und äusseren Freiräume, scheint mir so wichtig und urmenschlich, es ist gewiss ganz tief in uns angelegt und in jedem Menschenherzen verwurzelt.
Die Sache mit den Abstimmungsresultaten und mit der Politik, gibt mir auch immer wieder sehr zu denken. Ich glaube inzwischen, dass nur gewisse Leute zu den Abstimmungen gehen, denn alle ’wachen Leute’, die ich kenne, haben eine ganz andere Meinung als die Abstimmungsergebnisse zeigen und vertrauen auch darauf, dass diese und der gesunde Menschenverstand und die Realität bald einleuchtend genug wären um… hin zu sehen und angemessen wahrzunehmen. (Vielleicht sollten sogar mal die Abstimmungs-Urnen umbenannt werden? Die Urnen haben inzwischen fast schon etwas ’friedhofartiges’ an sich, sie lassen viele gute Tendenzen einfach verschwinden, weshalb gewiss viele Leute wohl ’diese Urnen’ inzwischen meiden. Nun, hoffentlich lassen sie auch bald auch die längst veralteten Gesinnungen ;-) verschwinden.
Möglicherweise ist jedoch auch schon eine neue Zeit gekommen, in der eine freie, universelle und ungefärbte, für alle Menschen irgendwie ’gültige’ und global wirkende Erkenntnis und Spiritualität gefragt ist und gelebt wird. Diese Philosophie lebt meiner Erfahrung nach schon längst in den Herzen der Menschen, und kommt auch ohne bestimmte Religionen aus, was z.B. auch Krishnamurti schon merkte, da er keine 'neue Religion oder Gemeinde' gründete. Da immer wieder das ursprünglich Echte und ewig Erhabene, wie ein frischer Frühling, aufersteht, und eine tiefe und ursprüngliche Weisheit als weltumspannende Verbundenheit auf höchster Ebene, gefragt ist und gespürt wird, wird es uns auch immer wieder beschäftigen. Diese Verbundenheit ist auf keine ’irdischen’ Räume in materieller oder gebauter Form angewiesen. Wir ahnen oder wissen alle etwas von dieser heiligen, besonderen Kraft, frei von engen, und teilweise sehr individuellen Dogmen. 'Das Wissen, das höher ist als jede Vernunft', das so einleuchtend hell und unantastbar ist, wie es eben nur das Höchste und Heiligste sein kann, ist wohl eher eine Weisheit. Obwohl diese sehr erhaben und verehrenswürdig ist, kann dafür kein irdisches Gebäude oder eine noch so grosse Kirche (mit und ohne Turm) gebaut werden. (Ein Turm ist vermutlich auch eine Art Antenne). Das Bedürfnis, einen sakralen Ort und Raum zu schaffen, zu ’haben’ und ihn gemeinsam zu besuchen und zu (be)schützen, ist gewiss auch eine Art menschliche Regung (…seit uralten Zeiten). Diese ewige Kraft wirkt zum Glück seit allen Epochen, in allen Bereichen und zum Glück auch in jedem Menschenherzen - und in grosser Stille. Dieser innerste Raum ist in der Stille des eigenen Herzens gut aufgehoben und spürbar. Ob es nun Tao heisst, oder wie auch immer, es bleibt ein ’ein stiller, individueller Weg’ dorthin, der sehr geheimnisvoll ist und immer weiter geht …und uns auch oft in völlig unbekannte Gebiete führt. Ganz unabhängig vom Alter, Bewusstsein und von der Erkenntnis des einzelnen oder davon, in welchem Zustand sich die allenfalls ’(Hilfe-)Suchenden’ Personen gerade befinden.
Die Geschichte zeigt auf, wie lange der Mensch auf diesen Wegen schon unterwegs ist, wie froh er ist, etwas zu finden, das ihn tief im Innersten berührt, ihm (weiter)hilft, ihn beeindruckt oder ihm irgendwie sonst gut tut, da es höher ist als seine Vernunft. Dann neigt er aus Liebe zu den Nächsten gewiss dazu, es möglichst kostbar oder fassbar zu verpacken, weiterzureichen oder zugänglich zu machen… damit es ’so’ auch andern helfe, und weiterhin wirke oder diene. Dennoch bleibt jede/r selbst in der eigenen Verantwortung und muss sich auch selbst weiter ent-wickeln, (...da er wohl immer wieder grad mal von irgendwas...eingewickelt ist. Schon ’im kleinen Prinz’ ist zu lesen: ’Man sieht nur mit dem Herzen gut.’
So zitiere ich hier auch gerne Marko Pogacnik, ein Künstler, Landschaftsarchitekt und sehr individuell praktizierender ’Weltverbesserer’, den ich auch als äusserst fein fühlenden Zeitgenosse achte und erlebte:
’Die Sprache des Herzens in der Öffentlichkeit zu reden heisst, nicht vor den Herausforderungen zurückzuschrecken, die durch die kritischen innenpolitischen oder internationalen Beziehungen aufgestellt werden… Man hegt jedoch keine Illusionen, die angehäuften Probleme endgültig lösen zu können, wenn sich die Menschen vor Ort durch die Erfahrung einer Krise nicht wesentlich gewandelt haben’. (Mit ihm frage ich mich dann weiter auch): ’Haben wir selbst die festgefahrenen Verhaltensmuster losgelassen? Bin ich dabei, mich von den Dogmen der Religion zu befreien? Haben wir die Entscheidungen gefällt, aufgrund derer wir einander auf ehrliche Weise begegnen können, um miteinander nach Lösungen zu suchen? Sind wir wandlungsbereit? Was haben wir in unserem eigenen Leben dafür getan, damit wir anderen das vorleben können, wofür wir uns in unseren (auch politischen) Handlungen und Haltungen einsetzen?’ Soweit das Zitat.
Ja, so bleibt es doch immer auch eine tägliche Herausforderung unter den Menschen (s)einen Platz und seinen Weg zu finden und zu gehen, da sich jede/r immer wieder mal an einem andern Platz bewegt und von dort sieht dann wieder alles ganz ’anders’ aus.
Mit welchem Ohr der Mensch dann dort hört oder hören kann und will, kann auch nur er selbst beeinflussen. Jeder hat sinnbildlich, (nebst den sichtbaren), noch mindestens vier andere Ohren, um das zu hören was er kann oder will. So gibt es bekanntlich auch für jede/n Menschen mindestens 40 Gründe etwas zu tun oder zu lassen. Der Respekt und die Akzeptanz dafür, ohne die Komplexität des Individuums dahinter (er)kennen zu können, ist dann natürlich besonders wichtig.
Das wird auch in den kleinsten gesellschaftlichen und familiären ’Zellen’ und Kreisen sehr deutlich sichtbar, wo doch jede/r denkt und meint, sich ’gut’ zu kennen. In diesem Sinne ist eben auch die 'ganze Welt' wie …eine grosse Familie.
Einen schönen Frühling, frohe Ostertage und ein ganz herzliches: Namaste! (Dieser orientalische Gruss heisst übersetzt: Buddha (…das Höchste) in mir
grüsst Buddha (…das Höchste) in Dir). M.
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