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 Sistierung meiner Kirchenmitgliedschaft   

Bern / 03-12-2009 

Sehr geehrte Kirchgemeinde

Zuerst einmal möchte ich mich herzlich für das klare Eintreten der Landeskirchen gegen die Minarett-Verbot-Initiative bedanken. Leider hat es nicht ausgereicht.

Aufgrund des schweizerischen Abstimmungsresultates zur Minarett-Verbot-Initiative vom vergangenen Sonntag sistiere ich hiermit per sofort und bis auf weiteres meine Mitgliedschaft bei der evangelisch-reformierten Landeskirche. In einem Land, in dem Minderheitsreligionen per Verfassung diskriminiert werden, möchte ich keiner religiösen Institution angehören, welche die Mehrheitsreligion vertritt. Mein Gewissen verbietet mir, mich als Christ am Unterhalt von Kirchtürmen zu beteiligen, wo Muslime keine Minarette bauen dürfen.

Ich habe diesen Entscheid bereits im Verlauf des vergangenen Jahres für die Eventualität der Annahme des Minarettverbotes nach reiflicher Überlegung gefällt. Allerdings ging ich die ganze Zeit davon aus, dass die Mehrheit der SchweizerInnen diese Ohrfeige an unsere islamischen Brüder und Schwestern ablehnen würde. Mein Entscheid ist denn auch rein politisch und hat nichts mit meinem Glauben an Gott zu tun sondern viel mehr mit meinem Glauben, dass eine Welt in Frieden nur möglich ist, wenn sich die Mitglieder der verschiedenen Religionsgemeinschaften mit grösstem gegenseitigem Respekt begegnen, unabhängig davon wie der Glaube an Gott ausgestaltet ist. Die schweizerische Bevölkerung hat diesem Respekt eine klare Absage erteilt, und damit meiner Meinung nach einen grossen Stein in den Weg zum Frieden gelegt.

Die Sistierung meiner Mitgliedschaft in der Kirchgemeinde bedeutet nicht eine Abkehr vom christlichen Glauben oder meiner christlichen Identität, sondern sie ist als Solidaritätsbekundung gegenüber der islamischen Gemeinschaft in der Schweiz zu verstehen, und als ein dringender Aufruf an die Kirchgemeinden, deutlich sicht- und hörbar gegen diesen Angriff auf die Religionsfreiheit in der Schweiz zu protestieren.

Als Anregung für einen solchen Protest möchte ich Euch bitten zu prüfen, ob es möglich ist, einmal in der Woche, zum Beispiel jeweils Freitag abends um 18 Uhr, das Läuten der Kirchglocken durch den Ruf eines Muezzins zu ersetzen, um zu einem gemeinsamen Gebet von Christen und Muslimen in der Pauluskirche einzuladen. Eine solche wöchentliche Veranstaltung in Zusammenarbeit mit einer islamischen Gemeinde in Bern könnte als Integrationsmassnahme dem Dialog zwischen Christen und Muslimen dienen. Der öffentliche Ruf zum Gebet durch einen Muezzin ist meines Wissens in der Schweiz weiterhin nicht grundsätzlich verboten. Und auch akustische Emissionen von Kirchtürmen werden traditionell toleriert. Es wäre ein sehr starkes Zeichen für die Dialogbereitschaft der Kirche, gegen die Angst vor dem Islam und gegen die Spirale des zunehmenden und gefährlichen Anti-Islamismus in der Schweiz.

Ich wünsche Euch die dazu nötige Zivilcourage, und hoffe durch solche oder ähnliche Aktionen der Landeskirchen eine Mitgliedschaft bei der Kirche bald wieder mit meiner interreligiösen Gesinnung vereinbaren zu können. Sollte es Möglichkeiten geben, mich in irgendeiner Form an Projekten für die christlich-islamische Ökumene zu beteiligen, wäre ich Euch dankbar um entsprechende Informationen.

Ich würde mich freuen, wenn als Folge dieses unhaltbaren Abstimmungsresultates die Kirche aktiv und ohne Missionsanspruch auf die islamische Gemeinde zugeht, um den Dialog zu intensivieren und diesen in die breite Bevölkerung zu tragen.

Ich danke für das Verständnis und wünsche eine besinnliche Adventszeit.

Freundliche Grüsse,
Benno Frauchiger

 Happy New Year!   

Frauenfeld / 29-12-2008 

"Every time I see an adult on a bicycle, I no longer despair for the future of the human race."

H. G. Wells

 Der Weg und das Ziel   

Frauenfeld / 24-11-2008 

"Der Weg ist das Ziel" soll einer einmal gesagt haben. Das wäre ja auch gar nicht so schlimm, wenn es nicht immer andere gibt, die glauben, dies wiederholen zu müssen.

Damit das hier einmal geklärt sei: Das Ziel meiner Reise war nicht irgend ein Weg, sondern eine ganz bestimmte Farm (die Central Downs Farm) auf dem Gemeindegebiet von Carnamah in Westaustralien. Genau dorthin wollte ich, und nur weil ich dorthin wollte, hatte ich mich auf den Weg gemacht.

Es gibt aber unzählig viele Wege und Mittel, um nach Carnamah zu gelangen. Aus verschiedenen Gründen, worauf ich hier nicht mehr eingehen möchte, wählte ich das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel und nicht etwa das Flugzeug, wie es die meisten Leute verständlicherweise wohl getan hätten. Aus dieser Wahl ergab sich einen Weg, den ich hier dokumentiert habe, weil ich zeigen wollte, dass man auch mit unkonventionellen Mitteln zum Ziel gelangen kann, auf Wegen, die nicht minder reizvoll sind.

Der Weg wurde damit aber noch lange nicht zum Ziel meiner Reise. Das Ziel meiner Reise war immer Carnamah. Wäre der Weg selbst zum Ziel geworden, wäre ich wohl nie in Carnamah angekommen. Denn ich hätte mein Ziel (den Weg) viel früher, nämlich schon vor meiner eigenen Haustüre, erreicht und damit die Übung abbrechen können.

Ein Ziel zu erreichen, ist zwar immer ein Erfolg und eine grosse Genugtuung, gleichzeitig ist es aber auch ein grosser Verlust. Ist man nämlich am Ziel angekommen, kann dieses Ziel nicht mehr Ziel sein, und plötzlich ist man ziellos.

Das einzige was dann bleibt, ist die Erinnerung an den Weg, und damit ein Schatz an Erfahrungen, Begegnungen, Erlebnissen, die uns ein Leben lang begleiten werden, ein Reichtum, den uns niemand nehmen kann, den wir nicht an der Börse verspekulieren können.

Der Weg ist deshalb viel bedeutungsvoller als das Ziel. Das Ziel wird uns irgendwann, spätestens wenn wir es erreicht haben, verloren gehen. Der zurückgelegte Weg aber bleibt.

Darum glaube ich, ist es wichtig, wo auch immer wir hingehen, welche Ziele auch immer wir anstreben, dass wir uns genau Gedanken zum Weg machen, und uns solche Wege suchen, von denen wir etwas gewinnen können, und an die wir uns gerne zurückerinnern.

Die Aussage "Der Weg ist das Ziel" wird der Bedeutung des Weges gar nicht wirklich gerecht.

--
Ein Flugzeug besteigen und wenige Stunden später in einer ganz anderen Welt ankommen, ohne dass man Zeit gehabt hatte, einzelne Bilder von der Strecke dazwischen in sich aufzunehmen - das mochte er nicht, und es verstörte ihn.

(Pascal Mercier, "Im Nachtzug nach Lissabon")

 Frauenfelder 2-Stundenlauf   

Frauenfeld / 31-08-2008 

Sponsoren gesucht!

Am 20. September werde ich wieder einmal am Frauenfelder 2-Stundenlauf mitlaufen. Das heisst, während zwei Stunden laufe ich für meine Gesundheit und für das Wohl von anderen (ca. 28km). Ihr könnt mich dabei unterstützen, indem ihr mir eine kleine Spende für jeden gelaufen Kilometer zusichert. Der Erlös geht an den Verein "Right to Play" und den "Familienentlastungsdienst Thurgau".

Mehr Infos zum Lauf und zu den unterstützten Projekten gibt es beim Frauenfelder 2-Stunden-Lauf

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 The Road Not Taken   

WA / 20-01-2008 

two roads diverged in a yellow wood,
and sorry, I could not travel both.
and be one traveller long I stood
and looked down one as far as I could
to where it bent in the undergrowth.

then took the other, just as fair
and having perhaps the better claim,
because it was grassy and wanted wear,
though as for that the passing there
had worn them really about the same.

and both that morning equally lay
in leaves, no step had trodden black.
oh, I kept the first for another day!
yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
somewhere ages and ages hence:
two roads diverged in a wood, and I -
I took the one less travelled by,
and that has made all the difference.

Robert Frost, 1916

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